Was man in Schullektüre alles findet

Aus Bertolt Brechts „Das leben des Galilei“

Bellarmin: Bedenken Sie einen Augenblick, was es die Kirchenväter und so viele nach ihnen für Mühe und Nachdenken gekostet hat, in eine solche Welt (ist sie nicht etwas abescheulich?) etwas Sinn zu bringen. Bedenken Sie die Rohheit derer, die ihre Bauern in der Campagna halbnackt über ihre Güter peitschen lassen, und die Dummheit dieser Armen, die ihnen dafür die Füße küssen.

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Bellarmin: Wir haben die Verantwortung für den Sinn solcher Vorgänge (das Leben besteht daraus), die wir nicht begreifen können, einem höheren Wesen zugeschoben, davon gesprochen, daß mit derlei gewisse Absichten verfolgt werden, daß dies alles einem großen Plan zu folge geschieht.[…]

Da ist die Religion schön auf den Punkt gebracht. Dem Elend der Leute einen Sinn geben, damit es wenigstens einen höheren Zweck hat dem man dient, wenn man die eigene Unzufriedenheit aushält oder einfach runterschluckt. So ist das ganze dann doch noch für was gut und man kann sich auf einen schönes Leben freuen. Nach dem Tod.

Diskussionsveranstaltung in Wuppertal

Über Integration und die neusten geistigen Ergüsse Sarrazins wird man sich an folgendem Termin unterhalten.

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AZ Wuppertal
30.09.2010
19:00 Uhr
destruktiver diskurs
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http://destruktiverdiskurs.blogsport.de/2010/09/15/naechster-termin/

Diskussionsveranstaltung in Wuppertal

Was hat es mit der Euro-Krise und Griechenland eigentlich auf sich?

http://destruktiverdiskurs.blogsport.de/2010/09/15/griechenlandkrise-teil-2/

Das wird an folgendem Termin diskutiert.
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destruktiver diskurs
15.09.2010
19:00 Uhr
AZ Wuppertal
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Die Krise als Chance !

Die Krise als Chance – diesmal für die ECHTE Marktwirtschaft!

Dazu ein paar Anmerkungen:

0. Die Krise2 als eine Chance für mögliche Veränderung –zum „Guten“ versteht sich- zu betrachten ist noch kein so abwegiger Gedanke, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass es doch zur Zeit vor allem um eines geht: „gestärkt aus der Krise hervorgehen.“ Es überrascht auch nicht, dass sich die Leute hier dieses Ziel einleuchten lassen und dabei mitmachen, indem sie brav und vollkommen Pflegeleicht alles schlucken was ihnen von Vater Staat als Notwendigkeit für das Erreichen des Ziels „Krisengewinner“ dargeboten wird. Schließlich hat der Staat nichts mit der Wirtschaftsweise, die er so eingerichtet hat und betreut, zu tun, sondern da haben raffgierige Kapitalisten den Hals nicht vollbekommen und nur an ihren Gewinn gedacht, anstatt –ja was eigentlich?- mit der gesellschaftlichen Funktion die sie ausfüllen dem Gemeinwesen zu dienen. Denn, dass der Staat gut dasteht ist immerhin Voraussetzung für das Leben im schäbigen Paradies der Lohnarbeit. Der Sorgt mit selbstloser Barmherzigkeit dafür, dass Arbeitsverträge eingehalten werden, das es Gesetze gibt die Eigentum und Person schützen und regelt alles nötige im Bezug auf das böse Ausland. Auf die Idee den Staat für diese Leistungen zu schätzen kommt nur Jemand der sich die Gesellschaft getrennt von der über sie herrschenden Gewalt denkt, denn es ist ja gerade die Gewalt die erst mal solche Verhältnisse einrichtet in denen es überhaupt notwendig ist, dass es sie gibt. Per Gesetz werden alle Untertanen zu freien und gleichen Individuen erklärt die, unter Berücksichtigung von Eigentum und Person, ihren Erfolg gegen den der andern zu suchen haben und dabei selbstverständlich immer an das Allgeminwohl denken müssen.
Merkwürdig an der Kritik vom gierigen Kapitalisten ist vor allem eins: Sie kritisiert gar nicht das Gewinninteresse an sich, dass die Unternehmen ihr Geschäft machen sollen geht in Ordnung und ist gewollt. Ein Gewinn muss dabei selbstverständlich auch rauskommen, wenn man ein Fan von Wirtschaftswachstum ist, wenn jetzt aber einer von diesen Geiern auf einen Schlag 2.000 Leute auf die Straße setzt oder sogar eine ganze Weltwirtschaftskrise auslöst ist eines klar: Das war zu viel des guten. Jetzt ist es doch aber gerade das Interesse Gewinn zu machen welches verantowortlich dafür ist, dass die Leute ohne Einkommensquelle dastehen. Auf die Idee es war zu viel kommt man nur durch eine moralische Empörung die meint so viel Gewinn, dass man dafür Leute auf die Straße setzt hätte es doch nicht seien müssen und dabei ignoriert, dass das Interesse am Profit kein Maß hat wo gesagt werden kann es reicht aus. Vielmehr ist es eines das von sich aus darauf zielt, also nicht von Pflichtvergessenen Unternehmern beutzt wird, immer so viel wie nur möglich an Ertrag abzugreifen. Die moralischen Kritiker jedoch bleiben immer eine Erklärung schuldig. Wie soll das zu viel von einem an sich guten Interesse plötzlich schlechte Konsequenzen nach sich ziehen? Umgekehrt löst sich der Widerspruch auf, wenn sich beim übersteigerten verfolgen des Profitinteresses deutlich spürbare, negative Auswirkungen zeigen, dann ist am G‘ selbst was faul. Dass man diesen Sachverhalt allgemeinhin anders sieht zeigt sich auch daran, dass die Kritik an der bösen Gier immer nur dann laut wird, wenn gerade eine Massenentlassung o.ä. stattgefunden hat. Solange alles seinen normal – ekelhaften Gang geht, weiß doch niemand was gegen den Gewinn zu sagen, im Gegenteil.

1. Eine große Krise, wie wir sie im Moment erleben, bietet also auch große Möglichkeiten zur Veränderung. Laut den Ossis aus dem Video ist die Zeit sogar reif für nichts weniger als eine friedliche Revolution. Wie diese „Rävölüzzor“ darauf kommen, dass jetzt mal wieder Revo. ansteht geht wie folgt: Es wird eine Menschennatur unterstellt die dem Prinzip „aus Schaden wird man klug“ gehorcht. Aus der Auflistung von all den Übeln die der Kapi. so notwendigerweise hervorbringt, welche dann schließlich in der Krise gipfelten kann also auch nur eins Folgen, nämlich dass die Leute mal ordentlich Lust auf Revolution kriegen. Den nötigen Inhalt dieser Revolution haben die Genossen aus dem Osten auch gleich parat, Marktwirtschaft! Und diesmal die Echte!
Bevor es um die tolle Marktwirtschaft geht noch einige Takte zu der Menschennatur. Der Witz ist, dass deren vermeintlicher Inhalt sich nämlich ganz einfach an der Realität blamiert, denn weder die ganz alltägliche Scheiße, noch die Krise sorgen dafür, dass die Leute von selbst auf die Idee kommen Staat und Kapital die Gefolgschaft aufzukündigen. Es wird zwar Kritik geübt und manch radikaler Zeitgenosse lässt sich nicht lumpen und macht die Systemfrage auf, doch eines steht von vornherein fest: Deutschland muss gestärkt aus der Krise hervorgehen. Der Grund dafür sind die falschen Gedanken die sie mit sich herumtragen, bei denen klar ist, dass der eigene Schaden einfach nicht dazugehören kann, sondern Produkt eines oder mehrerer Privatinteressen ist, die es übertrieben haben. Welche Übergänge fällig sind, wenn sich ein mit solch falschem Bewusstsein ausgestatteter Mensch aufmacht den eigenen Schaden in ein allgemeines Leiden der Nation zu übersetzen und anfängt nach Schuldigen dafür zu suchen soll hier nicht Thema sein und interessiert die ostdeutschen A. Smith-Fans wahrscheinlich sowieso nicht.

2. Denen geht es ja um die Marktwirtschaft mit dem Anspruch „fast alle Probleme dieser Welt lösen zu können.“ Eine Erklärung warum die von hiesigen Staatslenkern betreute Wirtschaft nicht die tatsächliche MW ist, sondern ein „Monopolkapitalismus mit ausuferndem sozialistischem Betreuungsapparat“ bleiben sie schuldig. Stattdessen bringen sie hier wieder die Menschennatur in Anschlag, diesmal um den Egoismus zu erklären. Woran dabei gedacht ist klar, nämlich an den schädlichen Egoismus, also das zu viel davon was dann wieder der Grund für lauter Sauereien sein soll. Doch halt, Abhilfe ist so gleich in Sicht, die „unsichtbare Hand des Marktes“ soll dafür sorgen, dass jeder zu seinem Vorteil kommt, ohne dabei einen Nachteil für wen anders einzuschließen.
Was als erstes auffällt: Offenbar sieht man sich hierzulande mit einer Gesellschaft konfrontiert, deren Mitglieder im Hinblick auf ihre Ökonomischen Interessen gar keinen positiven Bezug zueinander haben. Man lebt hier also nicht in einer Gesellschaft in welcher der allgemein anerkannte Zweck der Produktion die Bedürfnisbefriedigung aller ist, nicht in einer Gesellschaft die geplant das herstellt was so gebraucht wird und die einzelnen Gesellschaftsmitglieder sich mit ihren Interessen ergänzen, sondern ganz anders: Die Leute geiern hier mit sich wechselseitig ausschließenden Interessen in der Gegend rum, ihre Interessen sind gegensätzlicher Natur. Das ist auch vollkommen klar in einem Laden der so organisiert ist, dass der per Gewalt ins Recht gesetzte Zweck allen Produzierens nicht Bedürfnisbefriedigung, sondern Geld ist. Wo man also nicht einfach in den Supermarkt geht und rausträgt was man gerade braucht, sondern da braucht es Geld, um an die Güter seines Genusses zukommen, denn die haben wie alles in so einer Gesellschaft einen Preis. Um an Geld zu kommen braucht es einen Menschen namens Arbeitgeber, der ist im Besitz von Produktionsmitteln die die Gesellschaft braucht, um die benötigten Güter herzustellen. Ausgeschlossen von diesen Mitteln ist sie per Eigentum, welches der Staat setzt und schützt. Die Erlaubnis an den Maschinen zu arbeiten gibt’s jedoch nur wenn der Unternehmer sich davon einen Gewinn für sich verspricht, schließlich geht es ja ums Geld. Und damit diese Kalkulation aufgeht ist es notwendig, dass die Bezahlung derer die man arbeiten lässt entsprechend niedrig ausfällt, denn deren Lebensunterhalt ist in der Unternehmensbilanz ein einziger Kostenfaktor.1
Daher kommen die Gegensätzlichen Interessen und der Umstand, dass das zum Zuge kommen eines Interesses sofort ein anders negiert.
Von wegen Menschennatur, die Staatsgewalt ist doch diejenige und auch die einzige, die überhaupt die Macht hat solch eine Wirtschaft mit all ihren dazugehörigen Gegensätzen über die Leute zu bringen und anschließend zu betreuen

3. Wenn die MW der Leute aus dem anderen Deutschland also gar keine Änderung des Zwecks der Produktion vorsieht, wenn umgekehrt eigentlich alles beim alten bleibt, nur ohne Monopole, wenn also gar keine Kritik an den Prinzipien dieser Gesellschaft stattfindet, sondern nur eine Fehlentwicklung hin zum „Monopolkapitalismus mit ausuferndem sozialistischem Betreuungsapparat“ konstatiert wird, dann sind Kritik wie auch die daraus folgende Praxis nicht dafür tauglich ein gesellschaftliches Zusammenleben so zu organisieren, dass jeder zu einem vernünftigen Leben kommt. Im übrigen ist es schon etwas abenteuerlich die Entwicklung von Monopolen als eine Fehlentwicklung festzumachen, denn gerade das strebt doch ein Unternehmen an wenn es sich in die Konkurrenz am Markt begibt. In dem man die eigene Belegschaft besser drangsaliert, als die anderen ihre, versucht man sie als Konkurrenten wegzuputzen.
Wenn aber auf der anderen Seite behauptet wird die MW sei dafür da und auch dazu in der Lage fast jedes Problem dieser Welt zu lösen und dies scheitere nur an den Monopolen, dann hat mein Erklärungsversuch hoffentlich richtig gezeigt, dass dem nicht so ist.
Abschließend noch 2 Punkte die ich zu faul bin weit auszuführen, deswegen nur kurz:

a) Wenn in dem Video behauptet wird Volkswirtschaft sei eine gemeinsame Arbeitsteilung zur Herstellung der nützlichen Güter des Bedarfs, dann frag ich mich als erstes wofür es da noch Geld braucht. Geld, also erst mal Ausschluss von den Dingen des Bedarfs, ist doch nur da Sinnvoll wo es ohnehin nicht darum geht den Bedarf aller zu stillen. Also wird es da wohl schon auch um Geld gehen und nicht um ein nettes Leben.

b) Wenn in dieser Wirtschaft dann ein Problem auftritt das heißt „mangelnde Nachfrage“, dann macht auch das wieder stutzig. Müsste das in einer Gesellschaft in der es um die Deckung des Bedarfs aller geht nicht ein Indikator dafür sein, dass immer mehr Bedürfnisse befriedigt werden, also weniger produziert werden muss. Und wäre das nicht ein Grund zur Freude und somit gar kein gesellschaftliches Problem in dem Sinne?
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Mangelnder Bedarf heißt da bleibt wer auf dem sitzen was er eigentlich verkaufen will, für Geld. Er bekommt es aus irgendeinem Grund nicht verkauft, was aber keine Problem wäre wenn es um den Bedarf der Leute ginge, für ihn jedoch ist das ein großes Problem, denn wenn er den Kram nicht verkaufen kann gibt’s dafür auch kein Geld. Wenn das Ausbleiben von einem erwarteten Gewinn in Geld ein Problem ist, dann geht es wohl auch darum Geld zu machen.

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  2. Ein Beispiel für die daraus resultierende Armut, der auf Arbeit angewiesenen Menschen ist die Bedürfnishierarchie, die sie sich zulegen. Aufgrund ihres chronischen Geldmangels sind sie dazu gezwungen zu wählen welches Bedürfnis im Moment am dringlichsten erfüllt werden muss. Das ist der Witz – und nicht der Rückschluss von VWLsp4sti3s die meinen, wenn sich einer gegen die Erfüllung eines Bedürfnisses und für die Erfüllung eines anderen entscheidet, dass der Grund dafür sei für wie nützlich ihm das eine oder andere im Moment erscheint. Als könnte man den Nutzen von Dingen vergleichen, so ein Unsinn. Oder: Was ist nützlicher, Tisch oder Bett? Was aber vergleichbar ist sind die Preise der Sachen, da gibt es niedrige und hohe und da darf man sich dann seinem Geldbeutel entsprechende raussuchen.

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  4. Lesempfehlung hierzu: Die Reihe zum Finanzkapital vom Gegenstandpunkt

Antifa-Schlager


Lied lustig, Inhalt scheiße.

Neustart

Viel war auf diesem Blog ja noch nicht los und da ich den einzigen Post, der den Anspruch hatte etwas zu erklären, mittlerweile ganz anders schreiben würde gibt es einen Neustart. Anhand mehr oder weniger akuteller Ereignisse sollen die grundlegenden Prinzipien dieser Gesellschaft und alles was damit zusammenhängt erklärt werden, um so ein paar Argumente gegen den ganzen Scheiß zu sammeln der einem täglich auf die Nerven, im schlimmsten Fall ans Leben geht.

Einsicht…

Lappen: patriotismus ist für mich hinter dem vaterland stehen und stolz darauf zu sein. auch auf die taten

Ich : und warum sollte man das machen?

Lappen: um anderen ländern zu zeigen, dass das volk stolz auf das vaterland ist

Ich : und was hat man davon?

Lappen: im grunde nichts